Wieso eigentlich Alternativen zu Whatsapp suchen?

 Brauchen wir Alternativen zu Whatsapp?

In den letzten Wochen, gerade nach der Übernahme von Whatsapp durch Facebook, liest man auf fast jedem Onlineportal oder Blog über mögliche Alternativen zu Whatsapp. Auch ich selbst habe Threema, die für mich beste Alternative, ausführlich getestet und empfohlen. Gestern ging wieder die Meldung durch die Medien, dass ein neues deutsches Messenger Startup für 50 Millionen gekauft wurde. Nach ein paar Wochen und einiger Recherche auf anderen Seiten und Blogs, bin ich jedoch nun zu der Frage gekommen.

Wieso brauchen wir eigentlich eine Alternative zu Whatsapp?

Aspekt Verbreitung

Die Verbreitung aller Alternativen von Whatsapp läuft schleppend und stagniert in letzter Zeit immer mehr. In meiner Threema Liste haben nur 30-35 Personen aus meinem Telefonbuch diesen Messenger. Das ist bei 550 gespeicherten Kontakten nicht gerade erbaulich. Ähnlich ist das übrigens auch bei Telegram, Viber usw. Dazu kommt, dass diese Kontakte sehr oft IT'ler sind, die diesen neuen Dienst einfach mal ausprobieren wollten - die Personen mit denen ich oft interagieren möchte sind somit meistens nicht dabei.

Bei Whatsapp sieht die Sache anders aus. 350 Kontakte aus meiner Liste haben Whatsapp - ich kann somit die wichtigsten Leute zum Großteil per Whatsapp kontaktieren. Ähnlich wird es in jedem anderen Adressbuch auch aussehen. Bei 30 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland und knapp 500 Millionen weltweit auch kein Wunder. Whatsapp war der erste Dienst dieser Art und wurde fortlaufend verbessert. Während dann langsam Nachahmer aus dem Boden schossen, war Whatsapp bereits so etabliert am Markt, dass mögliche Konkurenten - egal wie gut und sicher sie sind - bis heute keinerlei Chancen haben. Es gibt keine eindeutige Linie, alle wechseln zu einem der anderen Dienste, aber nicht alle zum Gleichen.

Somit bleibt uns allem am Ende doch nur Whatsapp, um wirklich alle Freunde zu verknüpfen. Meiner Meinung nach wäre es allenfalls denkbar, dass die Google-Hangouts auf lange Sicht eine Alternative bieten und populärer werden sollten, da Google vermutlich noch weiter verbeitet ist als Whatsapp.
IT-Solutions | Grafikdesign Dominik Nagel Screenshot Whatsapp

Aspekt Sicherheit/Datenschutz

Beim Thema Datenschutz wird mein Gedanke jetzt sicherlich geteilte Meinungen hervorrufen. Nach langem Nachdenken und Recherchieren, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es fast keine 100% sichere Variante gibt. Wenn jemand an meine Daten kommen will, schafft er das auch. Klar ist die Variante z.B. von Threema, wenn die Nachrichten direkt auf dem Gerät verschlüsselt und auch verschlüsselt gesendet werden, noch mit die sicherste, dennoch auch hier gibt es mit Sicherheit irgendwelche Sicherheitslücken - der Schlüssel zum Entschlüsseln muss ja auch irgendwie zum Gegenüber übertragen werden.

Solche Sicherheitslücken sind nun auch schon öfters durch die Medien geflossen. Die Frage ist: Was ist nicht alles abhörbar? Selbst SMS, Telefongespräche und selbst Briefe können abgegriffen werden. Ich sende ja auch keine Bank-Online Daten durch das Netz. Keine Logins und keine Passwörter werden von mir per Whatsapp gesendet. Die Kreditkartennummer bleibt auch in meinem Geldbeutel und vielleicht allenfalls noch bei ein paar ausgewählten Onlinehändlern. Aber selbst dort besteht für Unerfahrene das Risiko, dass hier etwas abgegriffen (gephished) wird. Also so erstmal kein Grund für Alternativen zu Whatsapp.

Sicherheitslücke Messengerdienste?

Wieso sehen wir das nicht einfach pragmatisch? Alles was zu irgendwelchen Server gesendet wird kann auch gespeichert werden und wenn jemand Spaß dran hat kann dies auch gelesen werden. Das was ich sende ist nur Blabla, unwichtig und für jeden Fremden nicht spannend. Genau weil ich das weiß versende ich keine Nachrichten mit sensiblen Daten. Viel schöner ist doch eigentlich, dass sich viele auf Facebook über den Datenschutz von Whatsapp aufregen - Paradoxum? Wenn ich schon so paranoid bin, vermeide ich dann aber sämtliche Onlinedienste. Auch bei Google, Facebook, Twitter, Web.de, Gmx.de und wie sie alle heißen gibt es Datenschutzlücken und Sicherheitsrisiken und selbst das gute alte Handy/Telefon kann von der bösen NSA und anderen Geheimdiensten abgehört werden - wenn es einen Grund gibt, kann jeder abgehört werden. Dass Google aus dem Inhalt meiner Suchanfragen, E-Mails und Hangouts für mich perfekt abgestimmte Werbeanzeigen generiert stört ja auch keinen wirklich mehr.

Zusammenfassung

Ich sehe das mit dem Thema Datenschutz, wie schon erwähnt, mittlerweile relativ entspannt. Es werden, zumindest aus Datenschutzgründen, keine Alternativen zu Whatsapp benötigt. Ich weiß, was ich wo weitergeben kann und fühle mich auch sicher. Man sollte alle User lieber einmal aufklären, dass man viele Sachen vielleicht nicht ins Internet stellt und auch nicht im Internet verbeitet - denn egal über welchen Dienst. Das Internet vergisst nichts.

 

Update Dez 2016

Mittlerweile bietet auch Whatsapp eine Peer-To-Peer Verschlüsselung an. Somit sollte das Thema Datenschutz endgültig vom Tisch sein.

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